Hörstörungen – die unsichtbare Herausforderung

Hörstörungen sind weit verbreitet und können Menschen jeden Alters betreffen. Dieses unsichtbare Gesundheitsproblem kann im Alltag eine erhebliche Herausforderung darstellen. Die Folgen sind soziale, berufliche und emotionale Beeinträchtigungen. Die Fähigkeit, Geräusche und Sprache der Umgebung zu hören und zu verstehen, werden erschwert. Die Störungen können dabei in verschiedenen Graden auftreten und reichen vom leichten Hörverlust bis zur völligen Taubheit. Mit dem richtigen Wissen und passenden Herangehensweisen können Betroffene jedoch vieles dafür tun, um Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Je nach Art und Ursache der Hörstörung gibt es verschiedene Maßnahmen und Behandlungsoptionen. Die beste Vorgehensweise kann dabei von Fall zu Fall sehr individuell variieren. Eine gesunde Lebensweise und Lärmschutzmaßnahmen sind dabei wichtige Hilfsmittel. Dennoch sollte der erste Schritt bei Hörproblemen immer eine gründliche ärztliche Untersuchung sein. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) oder ein Audiologe stellt dabei eine umfassende Diagnose. Dabei kann auch festgestellt, werden, ob und wie die Hörstörung behandelbar ist.

Hörstörungen können äußerliche und innerliche Ursachen haben. Von außen herbeigeführte Schwerhörigkeit entsteht oft durch Lärm. Eine Dauerbelastung mit hohem Lärmpegel oder ein plötzlicher Knall können schwerwiegende negative Folgen für das Gehör haben. Sehr verbreitet ist die sogenannte Lärmschwerhörigkeit, welche durch die andauernde Einwirkung zu starker Lautstärke entwickelt. Bei der plötzlichen Belastung mit Lärm kann es zu einem Lärmtrauma kommen.
Bei beiden Auslösern werden die Haarzellen im Ohr nur noch unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Das stört den Stoffwechsel und löst in der Folge die Hörstörung aus. Derartige Schädigungen können bei einer Lärmbelastung ab 85 Dezibel auftreten.

Der zweithäufigste Faktor für Hörstörungen ist das Alter. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass Haarsinneszellen im Innenohr brechen. Außerdem beginnt die Hörfähigkeit ab dem 50. Lebensjahr ganz natürlich stetig abzunehmen. Dieser Prozess lässt sich zwar nicht rückgängig machen, jedoch mit modernen Hörgeräten sehr gut ausgleichen. Da Nikotin, Diabetes und hohe Cholesterinwerte die Entwicklung von Altersschwerhörigkeit beschleunigen, kann auch ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, die Hörfähigkeit lange zu erhalten.

Auch Infektionen können für eine Hörstörung verantwortlich sein. Besonders Nasennebenhöhlenentzündungen, Scharlach, Masern und Meningitis stehen in Zusammenhang mit Hörproblemen. Erkältungskrankheiten können eine Mittelohrentzündung auslösen. Diese wird meist mit Antibiotika vollständig ausgeheilt. Bei Komplikationen und sogenannten „verschleppten“ Entzündungen droht jedoch eine dauerhafte Schädigung des Gehörs. Daher sollte bei stechenden Ohrenschmerzen in Verbindung mit Fieber immer ein Arzt aufgesucht werden.

Der Schutz des Gehörs ist von entscheidender Bedeutung, um Hörverlust und andere Hörprobleme zu verhindern oder einzudämmen. Einer der wichtigsten Schritte dabei ist, eine übermäßige Lärmbelastung zu vermeiden. Besonders an lauten Arbeitsplätzen oder während lauter Freizeitaktivitäten sollte immer ein Gehörschutz getragen werden. Es gibt spezielle Ohrstöpsel und Gehörschützer, die den Lärmpegel reduzieren, ohne die Kommunikation zu beeinträchtigen.


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